Zuerst schrill und dann wie Woody Woodpecker, nur um mitten im letzten Hahaa hahahah haaaaa, abzusterben wie ein Traktor mit Motorschaden. Hörbie lacht, erkennt die einzige Wahrheit: das hier ist definitiv noch Teil vom Alptraum und wahrscheinlich liegt er schon auf Resis weichem Busen in der Ambulanz und wird von ihr Mund zu Mund beatmet.

Forest warden’s hut (forest lodge, small house of Forester) in the old pinery (taiga, boreal forest) in vintage style

Der Jäger reißt ihm eine mit der linken Hand, dass Hörbies Kopf zur Seite schnellt. Oiso guat! Das hier ist definitiv kein Traum! Dank der Watschn erkennt er die Realität besser. Das hat immer schon funktioniert. Alles ist ganz schlimm. Der Kebap-Mundgeruch vom Jäger. Der verdammte Fuchs, der seine Cordhose am Wadel aufreißt und fast liebevoll Hörbies Haut abschleckt. Was soll das?! Hörbie tritt nach dem Fuchs. Eine seiner schlechteren Ideen, denn die Kanten vom Metallsessel bohren sich in Hörbies Sitzfleisch. Vor Schmerzen zuckt er zusammen. Seine Schulter tut weh und die Handgelenke. Warum werden eigentlich alle Helden immer mit den Händen HINTER dem Körper gefesselt?! Das hat sich Hörbie bei allen 58 Entführungsfolgen vom Kommissar Rex auch schon gedacht.
Warum können die Entführer nicht nett sein und die Hände vor dem Körper fesseln. Das ist viel Schulterschonender. Und es erspart dem Publikum die fünf Minuten Entfesslung-Kampf weswegen man mindestens noch eine weitere Auto-Verfolgungsjagd einbauen könnte. Ja das wäre fein, weil frei kommt er ja sowieso – also der Kommissar Rex, ob Hörbie selbst freikommt, da war er sich nicht so sicher.
Der Jäger kehrt Hörbie den Rücken zu, geht zum Tisch neben der Eingangstür und murmelt fast gedankenverloren: „Woast Herbert, mit dem neumordernen Zeug ist des so a Sach, früher hot man a bisserl a Rattengift unter den Schweinsbraten gmischt und don war klar, der Typ schloft jetzt für a Stund. Aber die Verrückte wollt da unbedingt a Spritzn einijogn.“

Fieberhaft sieht sich Hörbie um. Der Raum ist nicht groß, an der Seite steht ein Regal mit einem Bezinkanister, Motoröl und einer Bratpfanne. Die Tür ist keine fünf Meter entfernt. Seine Gedanken überspringen die Kleinigkeiten – die Kisten voller Sticker, die Jagdtrophäen an den Wänden, die sich grau in grau kaum abheben. Er muss einen Weg finden, um zu fliehen. Aber wie?! Was würde Kommissar Rex tun!? Zuerst die Fesseln, ja! Warum fällt ihm das erst jetzt ein? Ja, genau wie Kommissar Rex, reibt er das Seil an das spitze Metall und siehe da, Schnur um Schnur löst sich. Der Jäger nimmt etwas vom Tisch, der Fuchs schleckt unbeirrt weiter am Schienbein. Hörbie will vor Freude aufschreien, als sich die Fesseln lösen, doch er hält sich zurück! Er muss jedoch überlegt handeln, muss den Jäger überraschen. Aber wie?! Was kommt als nächstes? Der Benzinkanister? Damit könnte er die Hütte abfackeln, inklusive aller Pickerl – da ist dann nichts mehr mit: ich Bösewicht, ich, ich übernehme die Welt. Hahha hahha Haaa. Hörbie grinst, das ist ein Plan. Doch der Jäger dreht sich mit einem Male um, sein behäbiger Körper, einmal in Bewegung gesetzt, wippt nach wie ein Echo.

„I hoff dir ist klor, dass dich jeder weitere Tropfen abmurksen könnt. Also würde i an deiner Stelle damit rausrucken! Wo is es?! Wo verdammt nuamoi is es!“, fragt der Jäger mit mehr Nachdruck.
„Wo is wos?“ Hörbie sieht ihn verwirrt an.
Der Jäger kommt näher auf ihn zu, setzt die Spritze am Hals an. WAS JETZT? Was soll das?! Hörbie bleibt die Luft zum Atmen weg.
„Des Fassl! Des Fassl des dei dummer Vater vor dreizehn Jahren vo mir gfladdert hat! Deswegen hot des alles angefangen! Nur wegen dem Fassl!“
„Wo ist die Resi?“, bringt Hörbie hervor, weil die Resi und ihr Busen wichtiger sind als das verdammte heilige Bierfassl von seinem Vater, des im Keller steht und das niemand angreifen darf.
„Die Resi?“, der Jäger grinst ihn gemein an und beharrt auf seiner Frage:
„Wo is des Fassl?“
„Wir haben kein Fassl! Wir trinken immer nur Dosenbier!“, sagt Hörbie, denn Kommissar Rex würde niemals die Existenz vom Bierfassl zugeben.
„Du Depp! Ich rede nicht vom Bier. Ich rede vom…“, doch Resi steckt den Kopf zur Tür herein und unterbricht ihn.
„Resi!“, schreit Hörbie, erfreut sie zu sehen.

Erst als der Jäger mit Resi rausgeht, kommt sein langsames Hirn mit. Das gibt es nicht! Die zwei stecken unter einer Decke! Hörbie erholt sich vom Schock, sitzt reglos da. Schande, die liebe Resi, eine Verräterin! Schade um den schönen Busen. In seiner Aufregung hat Hörbie schon wieder ganz vergessen, dass er sich von den Fesseln befreit hat. Der Fuchs reißt ihn aus der Schockstarre. Natürlich, er Hörbie Maurer, hat eine Mission zu erfüllen. Schneller als je zuvor, eilt er zum Regal, ergreift den Benzinkanister, verschüttet den Inhalt im ganzen Raum. Platsch, platsch fallen die durchsichtigen Tropfen auf den Boden. Das mit dem Benzin ist eine gute Idee. Dann brennt die Hütte ab und damit alle Welt-Vernichtungspläne. Dann greift er nach der Bratpfanne, hat gerade noch Zeit, um sich neben der Tür zu platzieren, ehe diese aufgeht. Und Wumbs. Der Jäger liegt mit am Boden. Hörbie ist selbst überrascht, wie einfach das gegangen ist. Er betrachtet stolz sein Werk. Na bitte, was will man mehr! Nach der ganzen Aufregung hat er Guster auf ein Bier. Er träumt noch ein bisschen von Resis Busen, als er so dasteht, bis ihm einfällt, dass er eigentlich im Stress ist und sein Leben auf dem Spiel steht. Das mit dem Abfackeln vom Haus lässt er bleiben, weil er kein Feuerzeug mithat, das hat nämlich letztens am Stammtisch vergessen. Er geht durch die Küche, stibitzt sich etwas Speck vom Esszimmertisch, ehe er hinaus ins Freie tritt. Der Fuchs rennt neben ihm her. Von Resi und dem Rettungsauto ist nichts zu sehen. Und jetzt? Was soll er jetzt machen? Was würde der Kommisar Rex tun?

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